Fragen & Antworten

Was ist eine Windkraftanlage (WKA)?

Windkraftanlagen sind ausgereifte Kraftwerke zur Stromerzeugung. Die Windenergie wird von den Rotorblättern aufgenommen und von einem Generator in elektrische Leistung umgewandelt. Diese wird in weiterer Folge ins Netz eingespeist.

Aus welchen Teilen besteht eine WKA?

Die wichtigsten Teile einer Windkraftanlage sind das Fundament, der Turm, die Rotorblätter und die Gondel mit dem Generator, dem Transformator und der Steuerungseinrichtung.Wie viel Strom kann eine einzelne WKA erzeugen?

Wie viel Strom kann eine einzelne WKA erzeugen?

Die Leistung ist vom Standort und vom Anlagentyp abhängig. Die derzeit üblichen Anlagen mit 2 MW Leistung erreichen im Weinviertel eine Jahresleistung von über 4 Mio. kWh - das entspricht dem durchschnittlichen Jahresbedarf von rund 1.200 Haushalten.

Wie funktioniert der Betrieb einer Windkraftanlage?

Der Betrieb der Anlage erfolgt vollautomatisch. Sensoren messen die Windstärke und die Windrichtung und drehen die Anlage in den Wind. Die Rotorblätter sind verstellbar und können so der Windstärke angepasst werden. Die Anlage wird rund um die Uhr mittels computergesteuerter Fernüberwachung kontrolliert, etwaige Störungen werden sofort an das technische Personal gemeldet. Ab einer Windstärke von 4 m/s schaltet sich die Anlage selbständig ein. Um Schäden zu vermeiden erfolgt ab einer Windgeschwindigkeit von 25 m/s die Abschaltung der Anlage.

Welche Amortisationszeit haben moderne WKA?

Die energetische Amortisationszeit einer modernen Windkraftanlage beträgt 3 bis 6 Monate, dann ist bereits die Energiemenge von der Anlage erzeugt worden, die für die Herstellung der WKA selbst erforderlich war.

Was passiert mit Fundament und Anlage, wenn der Betrieb der WKA eingestellt wird?

Das Betonfundament einer 2 MW-Anlage (Ausmaß 15 x 15 x 2,3 m) wird bis zu einer Tiefe von 1,5 m unter Grund teilweise abgetragen und die Oberfläche durch Erdeinbringung wieder hergestellt. Turm, Gondel und Rotorflügel werden entsorgt. Die Kosten dafür sind in den laufenden Betriebskosten bereits berücksichtigt.

Was sind die Vorteile einer Windkraftanlage?

Windkraftanlagen arbeiten ohne Schadstoffausstoß mit einer unerschöpflichen Ressource - wie dies beim Wind der Fall ist. Windkraftanlagen sorgen für eine dezentrale Energieversorgung und stärken strukturschwache Regionen durch Arbeitsplätze und Firmenaufträge.

Wozu brauchen wir im Weinviertel Windenergie?

Der weltweite Klimawandel macht auch vor dem Weinviertel nicht halt - auf politischer Ebene wurden weitreichende Maßnahmen wie das Kyoto-Protokoll beschlossen. Darin ist unter anderem eine verpflichtende Reduktion von Kohlendioxid vorgesehen. Dies kann vor allem durch den Einsatz von erneuerbaren Energiequellen erreicht werden. Das Weinviertel zählt zu den windreichsten Regionen in Österreich, der Wind ist zu einer wertvollen Ressource geworden.

Wie wirkt sich eine WKA auf Niederwild und Vögel aus?

Aufgrund von langfristigen Untersuchungen konnte beim Betrieb von Windkraftanlagen festgestellt werden, dass lediglich in der Bauphase das Niederwild (wie z.B. Hasen, Rebhühner, Rehe) die belebte Baustelle meidet, aber bereits nach einigen Wochen ab der Fertigstellung bereits in den neu entstandenen Windpark zurückkehrt und ansässig wird. Für Vögel konnten bei bisherigen Untersuchungen keine erhöhten Gefahren durch Flügelschlag oder dergleichen festgestellt werden. Zugvögel neigen dazu, den Windpark zu „umfliegen" - weichen also von der Route geringfügig ab.

Wie laut sind WKA?

Das von Windkraftanlagen der 2 MW-Klasse auf Nabenhöhe (100 m) verursachte Betriebsgeräusch beträgt bis zu 102 dB. Im Normalfall ist das Betriebsgeräusch bei einem Abstand von 800-1.000 m aufgrund der Umgebungsgeräusche kaum wahrnehmbar. Vom Gesetzgeber wird ein Mindestabstand von 1.200 m zu gewidmetem Wohnbauland gefordert. Die Anlagenbetreiber halten in der Regel weit höhere Mindestabstände ein, um diese Beeinträchtigungen auszuschließen. Ungeachtet dessen werden bei jedem Projekt zur Errichtung von Windkraftanlagen bereits in der Genehmigungsphase Schallmessungen durchgeführt und entsprechende Auflagen erteilt.

Entstehen Gefahren beim Betrieb einer WKA?

Aufgrund der ausgereiften Technik kommt es in der Regel zu keinerlei Gefahren. Lediglich bei entsprechenden Wetterverhältnissen im Winter kann es zu Eisabwurf von den Rotorblättern kommen. In solchen Fällen wird vom Aufenthalt unterhalb der Anlage durch Hinweisschilder gewarnt. Bei Neuanlagen sind Eissensoren vorgeschrieben, die bei Eisansatz eine sofortige Abschaltung der WKA auslösen.