Vorteil und Nutzen
der Windkraft

Aktuelle Kennzahlen

Was bringt und kostet Windkraft?

Wieviel Strom produziert eine Windenergieanlage?

Eine Windkraftanlage mit einer Leistung von zwei Megawatt erzeugt pro Jahr rund vier bis fünf Millionen Kilowattstunden Strom. Das entspricht dem Verbrauch von 1.000 bis 1.250 Haushalten (bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 4.000 kWh pro Haushalt) oder 4.000 Personen. 

Moderne Windkraftwerke der Dreimegawatt –Klasse nutzen die stärkeren und regelmäßigeren Winde in größerer Höhe. Sie können mit ihren längeren Rotorblättern den Wind auf noch größeren Flächen ernten. So können sie an guten Windstandorten zwischen 8 und 9 Mio. Kilowattstunden jährlich produzieren – Strom für 2.000 bis 2.300 Haushalte.

Wozu brauchen wir Windkraftanlagen, wenn wir ohnehin zum Großteil umweltfreundliche Wasserkraft nutzen?

Über ein Jahr gesehen fällt der höchste Stromverbrauch im Winter an, also in einer Zeit, in der die Wasserkraft auf ein Minimum absinkt. Mehr als die Hälfte des Stroms kommt dann aus Wärmekraftwerken, die mit Kohle, Öl oder Gas befeuert werden, oder aus ausländischen Atomkraftwerken. Aber: Zwei Drittel des Stroms aus Windkraft werden im Winterhalbjahr erzeugt; damit ist Windstrom die ideale Ergänzung zur Wasserkraft. Mit Stromsparmaßnahmen und einem gezielten Ausbau der erneuerbaren Energien könnte Österreich seine gesamte Stromerzeugung vollständig in ein nachhaltiges System umbauen und auf fossile Energieträger verzichten.


Wasserkraft und Windenergie ergänzen einander im Jahresverlauf optimal.

Haben wir in Österreich überhaupt genug Wind, um Windkraftanlagen sinnvoll zu betreiben?

Das Windpotenzial im niederösterreichischen Weinviertel, im Burgenland und in den Alpen ist mit Standorten nahe der norddeutschen Küste vergleichbar – und das sind Standorte, die exzellente Windverhältnisse aufweisen. Im Schnitt ist die Windsituation in Österreich sogar noch besser als in Deutschland. Dazu muss man wissen: Deutschland ist DAS Pionierland für Windkraft schlechthin und hat in den letzten Jahren maßgeblich zum weltweiten Windkraft-Boom beigetragen.

Ist Windstrom teuer?

Die Kosten für die Stromerzeugung werden sehr unterschiedlich berechnet. Für eine Kilowattstunde Windstrom aus einer Neuanlage erhält ein Windkraft-Betreiber in Österreich derzeit 9,27 Cent. In diesem Preis ist aber auch schon der vollständige Abbau der Anlage am Ende ihrer Laufzeit inbegriffen (Stichwort Wiederherstellung der „grünen Wiese“). Darüberhinaus gibt es bei der Stromerzeugung aus Windkraft weder Abgase, noch Abfälle, noch Abwässer. Es fallen daher auch keine zusätzlichen Kosten für die Beseitigung des Produktionsmülls an, wie das bei herkömmlichen Kraftwerken der Fall ist.

Ist konventionell erzeugter Strom nicht billiger?

Der allgemeine Strom-Mix an den internationalen Strombörsen, der zu einem hohen Anteil aus konventionellen Gas-, Kohle- und Atomkraftwerken stammt, kostete vor der Krise, also im Herbst 2008, bereits 8,5 Cent pro Kilowattstunde; derzeit sind es rund 5,1 Cent. Doch diese Strompreise sind extrem verzerrt. Würden Kohlekraftwerke ihre CO2-Emissionen voll einrechnen müssen, wäre ihr Strom wesentlich teurer. Wussten Sie übrigens, dass ein Atomkraftwerk KEINE Haftpfl ichtversicherung abschließen muss? Warum? Die Antwort klingt paradox und erschreckend: Weil das Risiko so groß ist, wären die Versicherungsprämien so exorbitant hoch, dass kein Betreiber sie sich leisten könnte.

Braucht die Windenergie hohe Subventionen?

Tatsache ist, dass vor allem Kohle- und Gaskraftwerke vom Staat subventioniert werden, da sie für die von ihnen durch den Ausstoß von Treibhausgasen verursachten Schäden nicht aufkommen müssen. Sogar für die nicht erwünschte Atomindustrie gibt Österreich als Mitglied der Europäischen Atomgemeinschaft EURATOM Unsummen an Steuergeldern aus: 2008 waren es immerhin 40 Millionen Euro. Diese extreme Ungleichbehandlung verhindert einen fairen Wettbewerb der Energien zur Stromerzeugung. Würden alle diese Subventionen gestrichen, wäre die Windenergie schon heute neben der Wasserkraft die günstigste Stromquelle.

Sollten wir nicht auf mehr Strom aus Atomenergie und Kohle setzen?

Österreich verzichtet seit der Volksabstimmung von 1978 zwar auf den Betrieb von Atomkraftwerken, durch den Import von Strom kommt aber nach wie vor Strom aus Atomkraftwerken ins Land. Reaktorkatastrophen wie jene von Tschernobyl und Fukushima demonstrieren eindringlich deren Gefährlichkeit für Gesundheit und Leben. Wo der Atommüll gelagert werden soll, ist derzeit noch völlig unklar. Auch Schiefergas das im Weinviertel abgebaut werden könnte, ist sicherlich keine Alternative zu einer sauberen Nutzung erneuerbarer Energiequellen. Einerseits steigt die Gefahr der dauerhaften Verschmutzung des regionalen Grudnwassers, andererseits steckt die neue „fracking-Technologie“ noch in den Kinderschuhen. In den USA und in Großbritannien wurde sie sogar mit Erdbeben in Verbindung gebracht.

Verteuert die Windenergie den Strompreis?

Um neue umweltfreundliche und schadstofffreie Formen der Energieerzeugung zu fördern, werden für Strom aus erneuerbaren Energien fixe Einspeisetarife gezahlt. Auf Ihrer Stromrechnung finden Sie dafür eine Position „Mehraufwand“. Für einen durchschnittlichen österreichischen Haushalt beträgt dieser „Mehraufwand“ durch Ökostrom rund 30 Euro im Jahr. Der Windstrom selbst macht davon allerdings nur ca. vier Euro pro Jahr aus. Zum Vergleich: Durch den Austausch von nur einer einzigen Glühbirne gegen eine Energiesparlampe spart man in einem Jahr zehn Euro.

Können Windkraftanlagen konventionelle Kraftwerke einsparen?

Natürlich kann ein Elektrizitätssystem nicht zu 100 Prozent aus Windkraftanlagen bestehen. Man muss Windkraft im Zusammenspiel mit allen anderen erneuerbaren Energien (Wasserkraft, Biomasse und Photovoltaik) sehen, die sich gegenseitig ergänzen. Bisher war man gewohnt, mit wenigen Großkraftwerken Strom zu erzeugen. In Zukunft werden viele kleine Einheiten die Gesamtmenge an benötigtem Strom bereitstellen.