Licht und Windkraft
für Nicaragua

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Nicaragua

Licht für Miskito Indios

Aufgrund des Erfolges der Aktion „Licht für Kakaobauern“ in Buena Vista/Nicaragua (siehe nächstes Kapitel) wurde die Umsetzung eines ähnlichen Projektes verfolgt. In Nicaragua leben die Familien der Miskito Indios in einfachen Unterkünften abseits von Siedlungen an der Nordatlanikküste. Die rund 100.000 zum Volksstamm der Miskitos zählenden Indios setzen vor allem vom Fischfang, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Durch die exponierte Lage der Häuser fehlt auch jeglicher Zugang zu Infrastruktur, speziell das Fehlen von Licht stellt eine wesentliche Beeinträchtigung der Lebensqualität dar. Das Projekt „Licht für Miskitos Indios“ stellt für insgesamt 25 Familien dieser Volksgruppe jeweils ein autarkes PV-System für die Beleuchtung der Wohnräume zur Verfügung.

Know-how wird im Rahmen von Kursen vor Ort vermittelt

Mit einem Schiffscontainer wurden die einzelnen Komponenten in Richtung Nicaragua transportiert. Auf dem Landweg sind nochmals drei Monate für die Anlieferung einzurechnen, ehe im Sommer 2015 eine Schülergruppe der HTL Braunau die PV Systeme in der Lagune Kukalaya installieren konnte. Im dort befindlichen Ort leben ca. 90 Familien, rund 800 EinwohnerInnen. Mit unterstützt wurden die Arbeiten von der lokalen Bevölkerung – einige DorfbewohnerInnen wurden im Vorfeld von der Initiative FADCANIC (Fundacion para la Autonomia y el Desarollo de la Costa Atlantica de Nicaragua) mit einem Kurs für Solartechnik ausgebildet. Damit ist auch vor Ort gewährleistet, dass die Anlagen in Stand gehalten werden können.

25 Wohnhäuser  und ein Gemeinschaftsgebäude – aus einfachsten Materialien zusammengezimmert und teilweise mit Schilfdeckung abgedeckt - wurden mit autarken PV-Systemen zur Beleuchtung der Wohnräume ausgestattet. Die Akkus dafür reichen zumindest für ein paar Stunden am Abend, ehe sie am Folgetag wieder aufgeladen werden. Das Projekt wurde erneut mit der Schulpartnerschaft der HTL Braunau umgesetzt, für die SchülerInnen sind es besondere Erlebnisse wie in nachfolgendem Bericht zu lesen ist.

Zum Bericht im HTL-Magazin

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Licht für Kakaobauern

Im Zuge der Projektreise 2012 nach Nicaragua besuchten ein Lehrerteam von der HTL aus Braunau und Vertreter der  Windkraft Simonsfeld AG die Kakaokooperative ASHIERCA, welche mit dem österreichischen Schokoladehersteller Zotter zusammenarbeitet. Die Familien der Kooperative wohnen in einfachen Unterkünften abseits der Siedlungen und leben von der Ernte ihrer Kakaobäume. Durch die Lage der Häuser fehlt auch jeglicher Zugang zu Infrastruktur, speziell das Fehlen von Licht wurde von den Frauen der Kakaobauern mehrfach beklagt. Genau hier setzt das Projekt „Licht für Kakaobauern“ der Windkraft Simonsfeld an: gemeinsam mit der Schulpartnerschaft in Braunau wird für 25 Familien der Kooperative jeweils ein autarkes PV-System für die Beleuchtung der Wohnräume zur Verfügung gestellt.

Dabei wird vor allem auf qualitativ hochwertige Photovoltaikmodule gesetzt. Der gewonnene Strom wird in einer Solarbatterie für die Abendstunden gespeichert. Die Beleuchtung erfolgt mit LED Lampen der neuesten Generation. Die technische Betreuung übernehmen drei dafür speziell bereits ausgebildete Mitglieder der Kooperative. Mit einem Schiffscontainer wurden die einzelnen Komponenten in Richtung Nicaragua transportiert und anschließend mit der Installation durch eine Schulklasse der HTL Braunau begonnen.

Eine Schülergruppe der HTL Braunau montierte im Sommer dieses Jahres die PV-Systeme vor Ort. Abenteuerlich war die Anlieferung der Module: zum Transport wurde ein Schulbus der Partnerschule vom Instituto Technico La Salle eingesetzt. Auf dem Areal dieser Hochschule befindet sich die, von der Windkraft Simonsfeld AG mitfinanzierte und technisch seit 2004 betreute, erste netzgekoppelte Windkraftanlage Nicaraguas. Die notwendigen Arbeiten umfassten auch die Verkabelung der Wohnhäuser, die Montage der Laderegler und die Inbetriebnahme der Anlagen. Schüler und Ortsbewohner überbrückten rasch die sprachlichen und kulturellen Schwellen und vereinten ihre Kräfte für die Montage der PV Systeme.

25 Wohnhäuser – oft aus einfachen Holzbauteilen zusammengezimmert und nur mit Wellblechen abgedeckt - wurden mit autarken PV-Systemen zur Beleuchtung der Wohnräume ausgestattet. Seitdem gibt es Licht in den einfachen Behausungen – zumindest ein paar Stunden abends bis die Akku Kapazitäten erschöpft sind. Damit kann langfristig die Bereitstellung erneuerbarer Energie zur Beleuchtung der Wohnräume gewährleistet werden.

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Windkraft für Nicaragua

30.000 Kilowattstunden Strom liefert die Vestas V 27 jährlich an das Technische Institut „La Salle" in der nicaraguanischen Stadt Léon. 2004 ging das Windkraftwerk in Betrieb. Ein Technikerteam betreut und wartet die Anlage vor Ort. Die Windkraft Simonsfeld unterstützt mit Rat und Tat über Ferndiagnosen, schult nicaraguanische Techniker in Österreich und hilft bei der Beschaffung von Ersatzteilen.

Finanziert und installiert wurde die Windenergieanlage im Rahmen einer Kooperation der Windkraft Simonsfeld mit der Oberösterreichischen Landesregierung und der Entwicklungshilfe des Außenministeriums. Die Anlage wurde in Deutschland nach einigen Betriebsjahren für den Einsatz in Nicaragua adaptiert, verschifft und neu installiert. Seitdem produziert die Maschine Windstrom für das Technische Institut. Mit den Erträgen des Stromverkaufs der netzgekoppelten Anlage wird der Schulbetrieb unterstützt. Mehr als 900 Schüler besuchen derzeit diese Institution in der zunehmend auch Erneuerbare Energienquellen Thema sind. Das Technische Institut ist ein wichtiger Impulsgeber für die nachhaltige Entwicklung Nicaraguas - nicht nur in Energiefragen. Die Windkraftanlage war die erste netzgekoppelte Windkraftanlage in Nicaragua und diente als Vorbild für den ersten Windpark, der nahe Rivas errichtet wurde.

Inzwischen ist die Windkraft in Nicaragua weiter auf Vormarsch. Ein bereits realisiertes Projekt mit 40 MW installierter Leistung soll um 11 Windkraftanlagen erweitert werden. Die Stromproduktion der in Betrieb befindlichen Anlagen entsprechen umgerechnet den Bedarf von 320.000 Haushalten.