Sonnenstrom
für Uganda

Aktuelle Kennzahlen

Sonnenstrom für Schule in Uganda

Die Windkraft Simonsfeld AG ist bereits seit 2003 bei Projekten im Ausland engagiert, die sich mit Erneuerbarer Energie befassen. Jüngstes Projekt ist die Errichtung einer autonomen PV Anlage mit Batteriespeicher in Lira/Uganda. Die Umsetzung erfolgte im Rahmen der Schulpartnerschaft zwischen der HTL Braunau und der Brother-Konrad School im Juni 2016. Für die Windkraft Simonsfeld ist es das erste Engagement in Uganda, die langjährige Zusammenarbeit mit der HTL Braunau hat sich bereits in Nicaragua bewährt und wird nun auch in Uganda weitergeführt.

Schülerinnen und Schüler der HTL Braunau waren im Rahmen der Schulpartnerschaft mit der Brother Konrad School in Lira/Uganda ein Monat in Uganda und haben dort die PV-Anlage errichtet, die Windkraft Simonsfeld hat das Projekt finanziell und mit ihrem Know-how unterstützt.

Die Photovoltaikanlage wird am Standort auf dem Schulgelände jährlich rund 6.500 kWh sauberen Strom produzieren, der für den laufenden Schulbetrieb (Licht, Strom) Verwendung finden wird. Eine autonome Photovoltaikanlage war vor allem deswegen erforderlich, weil es durch häufige Stromausfälle zu Beeinträchtigungen des Schulbetriebes kommt.

Die Errichtung der Anlage erfolgte im Juni/Juli 2016. Unter Leitung von Walter Plank und Bruno Plunger von der HTL Braunau wurde die 5 kWp Photovoltaik-Anlage mit Batteriespeicher gemeinsam mit Schülerinnen und Schüler der Partnerschule installiert und in Betrieb genommen, wobei der gesamte Technikraum mit Wechselrichter, Batterien und Steuerung entsprechend hergerichtet wurde. Dank des Stromspeichers ist ein Überbrücken der häufigen Stromausfälle im Land gut möglich und zusätzlich kann überschüssige Energie der Photovoltaikanlage gespeichert werden, bis sie wieder am Schulgelände verbraucht wird. Vor Ort wurden Schulangehörige technisch eingeschult, um den störungsfreien Betrieb der Anlage zu gewährleisten. Seitens der Windkraft Simonsfeld wurde mit Know-how für die Auslegung der Photovoltaikanlage unterstützt sowie ein finanzieller Beitrag zur Anschaffung der Komponenten in der Höhe von 15.000 Euro geleistet. 

Die Herausforderung war, den Technikraum zeitgemäß mit Verputz, Decke, Türen und Fenstern auszustatten. Der Technikraum musste hermetisch abgeschlossen werden, damit  Kleintiere – wie vor allem Termiten -  keinen Schaden an der Technik anrichten können. Die Montage der Solarmodule gestaltete sich schwierig, da die Dachkonstruktion nicht unseren Standards entsprach. So mussten zusätzlich Dachsparren eingezogen werden. Weiters wurden LED-Beleuchtungskörper von der ARGE Schulpartnerschaft in Kampala gekauft und in der Schule installiert.  Außerdem wurde die Möglichkeit geschaffen Handys aufzuladen.

Zudem wurden Messeinrichtungen zur Windmessung installiert, da bei günstigen Bedingungen eventuell eine Kleinwindkraftanlage in den nächsten Jahren errichtet werden könnte. Zusätzlich gab es noch einen Computerkurs und es wurde eine Internetanbindung mittels Richtfunk realisiert. „Wir haben in gemischten Projektteams zusammengearbeitet und uns dadurch auch ganz gut kennengelernt. Ich denke, dass die Projekte wirklich eine gute Unterstützung für unsere Freunde in Uganda darstellen, da sie, was die Ausstattung der Schule anbelangt, wirklich großen Nachholbedarf haben“, erzählt ein Exkursionsteilnehmer.

Bilder von der Errichtung der PV-Anlage:

Neben Projektarbeit Land und Leute kennengelernt

Über ein Jahr lang haben sich insgesamt 13 Personen der HTL Braunau auf ihre Exkursion nach Uganda vorbereitet. Sie haben sich mit der Literatur und Kultur Afrikas bzw. Ugandas auseinandergesetzt, haben sich mit Umgangsregeln für ein tropisches Land vertraut gemacht und mit dem Thema Entwicklungszusammenarbeit beschäftigt.

Die Gäste aus Braunau waren direkt in der Schule untergebracht. Die Wochenenden durften sie dann bei ihren Projektpartnern zu Hause verbringen. „Ich war am Anfang etwas unsicher, was den Aufenthalt in der Gastfamilie anlangt, aber es war ganz toll wie offen und herzlich ich aufgenommen wurde“, erzählt eine Schülerin, die darauf verweist, dass gerade durch die Tage bei der Gastfamilie ein besonderer Einblick in das Leben in Uganda möglich war.

Die gemeinsame Freizeit wurde auch durch verschiedene Aktivitäten bereichert – so gab es unter anderem verschiedene Faustballmatches zwischen den Nationen und die HTLer/innen bekamen auch eine erste Einführung in afrikanische Tänze. Besonderes Interesse haben auch die Besuche am Markt geweckt – hier gab es die unterschiedlichsten Eindrücke zu erleben. „Sehr gefallen hat mir die Ausdrucksfähigkeit in Uganda. Einige Frauen haben mich eingeladen mit ihnen zu tanzen und so habe ich dann beim Sonntagsgottesdienst mit ihnen mitgemacht“, erzählt eine Schülerin, die auf den hohen Stellenwert von Religion im Denken und Handeln der Menschen in Uganda hinweist.

Ein besonderes Highlight der Reise war der Besuch in einem Nationalpark. Der Murchison-Falls-Nationalpark hat seinen Namen vom Murchison Wasserfall, bei dem der Viktoria-Nil, der zum Weißen Nil gehört, über 43 Meter in die Tiefe stürzt. Bekannt ist der Park auch für seine Fauna – so gibt es dort Elefanten, Giraffen, Löwen, Büffel und verschiedene Antilopenarten zu sehen. Am Nil gibt es Nilkrokodile und Flusspferde zu bewundern. „Ich war vom Nationalpark sehr beeindruckt. Die Fahrt am Nil zum Wasserfall, aber auch die vielen Tiere, die man sonst nur aus Filmen kennt, haben mir sehr gefallen“, so ein Schüler über diese „Safari“ in den Nationalpark.

In einem weiteren Projekt wurden zudem im Garten einerseits Hochbeete zum Ziehen von Saatgut geschaffen und andererseits Anbaufläche entsprechend vorbereitet. 

Walter Plank, der die Schulpartnerschaft mit der Brother Konrad School initiiert hat und der schon mehrere Male in Uganda war, sowie Bruno Plunger, Gründer und Motor der Schulpartnerschaft mit Nicaragua, ziehen eine positive Bilanz der Exkursion: „Die Zusammenarbeit mit unseren Partnern aus Uganda hat sehr gut geklappt. Gerade im Bereich der Projekte haben wir das, was wir uns vorgenommen haben, gut realisiert. Eine besondere Hilfe war uns dabei Walter Hirschmann, der Schulwart der HTL Braunau, der als Elektrikermeister sein praktisches Fachwissen sehr kompetent eingebracht hat.

Ein paar kleinere Verdauungsprobleme und einige Sonnenstiche hat es gegeben, im Großen und Ganzen hat unsere erste Ugandaexkursion aber hervorragend geklappt. Im Herbst 2017 werden höchstwahrscheinlich zwei Zivildiener aus dem HTL-Umfeld an der Brother Konrad School ihren Auslandsdienst ableisten und für 2018 ist wieder eine Exkursion geplant. Insgesamt haben sich die Teilnehmerinnen und die Teilnehmer an der Exkursion sehr positiv über die vier Wochen geäußert. Die nächsten Monate werden wir eine Reihe von weiteren Projekten für Uganda in Angriff nehmen und freuen uns schon auf die weitere Zusammenarbeit.“