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5.04.12

Kyoto: Österreich kauft wieder Zertifikate

Das Umweltministerium kauft um 160 Millionen Euro Emissionszertifikate, um Strafzahlungen wegen dem Kyoto-Protokoll zu vermeiden. Das Klimaschutzprotokoll von Kyoto läuft 2012 aus. Österreich muss nach derzeitigem Stand 32 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente nachkaufen, um seine Reduktionsverpflichtungen gemäß Kyoto-Protokoll zu erfüllen.

Vor allem in der Wirtschaft, beim Verkehr und bei der Raumwärme ist Österreich "nicht auf Zielpfad" was den CO2-Ausstoß betrifft, meinte Umweltminister Berlakovich. Die 160 Millionen Euro würden in Emissionszertifikate im "green investment scheme" investiert, also für Klimaschutzprojekte in Europa. Während vor einem Jahr der Zertifikatpreis für eine Tonne bei 15 Euro lag, ist er derzeit mit etwa fünf Euro deutlich geringer.

700 Mio. Euro für Klimaschutz im Ausland

Zu den 160 Mio. Euro, für die neuen Zertifikate sind noch jene 530 Mio. Euro zu addieren, die Österreich in der Periode 2008-2012 bereits für Klimaschutzprojekte im Ausland aufgewendet hat. Das macht in Summe fast 700 Mio. Euro. Nicht nur Umweltgruppen und Grüne würden das Geld lieber im Inland verwendet wissen: "Beschränkt sich die österreichische Klimapolitik mittlerweile darauf, dass Beamte des Umweltministeriums die billigsten Verschmutzungszertifikate ersteigern?" hieß es etwa bei Greenpeace. "Ablasshandel mit billigen Zertifikaten anstatt Green Jobs im Inland. Das schadet der heimischen Wirtschaft und auch dem Klima", meinte die Umweltsprecherin der Grünen, Christiane Brunner.

Umweltminister Nikolaus Berlakovich gelobt Besserung: "Wir werden das jetzt mit größerer Konsequenz machen". Das im Vorjahr beschlossene Klimaschutzgesetz soll bis Sommer im Detail ausgestaltet und mit Inhalten gefüllt sein.