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28.02.12

Windkraft Simonsfeld: Pilot-Projekt zur Umwandlung von Windstrom in Windgas

Windkraft Simonsfeld AG und Ökoenergie Wolkersdorf verfolgen ein Projekt zur Speicherung von Windstrom im Gasnetz. Fritz Herzog von der Ökoenergie und Martin Steininger von der Windkraft Simonsfeld wollen dabei Pionierarbeit in Österreich leisten.

Die Idee: Immer wenn bei guten Bedingungen mehr Ökostrom entsteht als verbraucht wird (oder als das Stromnetz transportieren kann), wird die überschüssige Energie in sogenanntes „Windgas", also in erster Linie Wasserstoff oder synthetisches Methan, umgewandelt und ins Gasnetz eingespeist. Dort lässt sie sich wie herkömmliches Erdgas verwenden - zum Heizen, zum Kochen,  für industrielle Prozesse und zur Rückverstromung in großen oder kleinen Gaskraftwerken (einschließlich Mini-BHKWs). Durch Windgas kann also Ökostrom gespeichert und später jederzeit als Energie genutzt  werden: Ob im Wärmemarkt als Gas oder zurückverwandelt in Strom.


Quelle: Greenpeace Energy - zum Vergrößern anklicken!

„Wir möchten das in den nächsten zwei Jahren verwirklichen", kündigt Herzog an, die Technik sei schon vorhanden. Martin Steininger fühlt sich in die Anfänge der Windenergie zurück versetzt, als ebenfalls Pionierarbeit geleistet wurde: „Ich bin für umfassendes Denken: Wir müssen Speichermöglichkeiten für unsere Windenergie entwickeln. Das ist ein vielversprechender Ansatz."

Technisch beruht die Herstellung von Windgas auf einem einfachen und erprobten chemischen Verfahren:

• Windstrom wird genutzt, um mittels Elektrolyse Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufzuspalten
• Der Sauerstoff wird in die Atmosphäre, der Wasserstoff ins Gasnetz geleitet. Dort lässt sich das Gas wie gewohnt speichern, transportieren und nutzen.
• Der durch Ökostrom hergestellte Wasserstoff dient als Energieträger für die Wärmeerzeugung oder kann mittels Brennstoffzelle beim Abnehmer rückverstromt werden.
• Durch ein weiteres chemisches Verfahren lässt sich, bei Bedarf, der Wasserstoff „methanisieren".
• Das erneuerbare Methan kann das herkömmliche Erdgas langfristig vollständig ersetzen und damit den Übergang von fossilem zu erneuerbarem Gas leisten.

In Deutschland wird diese Methode bereits angewandt. Der deutsche Ökostromanbieter Greenpeace Energy beliefert seit Oktober Kunden mit Erdgas, dem auf diese Weise Wasserstoff beigemengt wird. Die Beimischung ist derzeit aus technischen und regulatorischen Gründen bis zu einer Obergrenze von fünf Prozent möglich. Doch selbst unter Beachtung dieser Grenze von fünf Volumenprozent erschließt sich bereits ein gewaltiger Speicher für erneuerbare Energien im Erdgasnetz, der etwa in Deutschland 45 mal so groß ist wie die Gesamtkapazität aller heute in Deutschland bestehenden Pumpspeicherkraftwerke.