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20.02.19

Zukunftsgespräche: Energiewende darf sich nicht auf Politik verlassen!

Die Energiewende zwischen Klimakatastrophe und Ankündigungspolitik war gestern das Thema der Simonsfelder Zukunftsgespräche in Ernstbrunn. Ein Thema, das bewegt und rund hundert diskussionsfreudige Interessenten in die Firmenzentrale der Windkraft Simonsfeld lockte:

"Der Klimawandel bedroht unsere Lebensgrundlagen. Noch können wir umsteuern!", appellierte Johannes Wahlmüller, Klima-Experte der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000, an die heimische Politik, den Ankündigungen in den diversen Regierungspapieren und "Sonntagsreden" nun endlich Taten folgen zu lassen. Er kritisierte die "neue Politik des schönen Scheins", die viel verspricht und präsentiert, aber bei näherem Hinsehen wenig auf die Reihe bringt: "2017 hat uns die Regierung in der Energie- und Klimastrategie 100% Ökostrom bis 2030 versprochen. Seitdem sinkt der Ausbau bei Windkraft und Photovoltaik und die Treibhausgasemissionen in Österreich sind im dritten Jahr in Folge gestiegen! Das ist eine Bankrotterklärung für die Klimapolitik dieser Bundesregierung!"


Vorstand Martin Steininger mit Florian Maringer (Erneuerbare Energie Österreich), Vera Immitzer (Bundesverband PV Austria) und Johannes Wahlmüller (Global 2000)

In dieselbe Kerbe schlug Florian Maringer, Geschäftsführer des Bundesverbands für Erneuerbare Energie: "Erneuerbare Energien sind sauberer, billiger, heimisch und sie schaffen bei uns Arbeitsplätze. Trotzdem importieren wir Jahr für Jahr fossile Energie - vor allem Erdöl und Erdgas - aus den politischen Krisenregionen dieser Welt. Bei uns können bewilligte Windkraftwerke wegen geringer Fördertöpfe jahrelang nicht gebaut werden, während wir Jahr für Jahr Millionen nach Kasachstan, Russland, Libyen, in den Irak und den Iran pumpen. Das ist schlicht Wahnsinn - aus Sicht der Klimapolitik, der Versorgungssicherheit und der Volkswirtschaft. Gegen diese verantwortungslose Politik verwehren wir uns. Das muss endlich aufhören!"

Klare Worte dazu fand auch Vera Immitzer, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Photovoltaik Austria: "Photovoltaik kann zur Erreichung des Regierungszieles von 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energiequellen einen erheblichen Beitrag leisten. Derzeit steht das aber alles nur am Papier - im Gegenteil: Die Regierung hat uns - also einer Branche, die laut ihren eigenen Plänen in den kommenden Jahren massiv wachsen soll - die Fördermittel auf die Hälfte zusammengestrichen. Einfach unverständlich!" Immitzer befürchtet ein Versagen der Politik, wenn sich die Bürger nicht stärker für die tatsächliche Umsetzung einer ambitionierten Klima- und Energiepolitik einsetzen. Ihre Forderung: "Engagiert euch! Wir brauchen noch mehr klimabewusste Konsumenten und Produzenten, noch mehr Investoren in erneuerbare Energien und wir brauchen den aktiven Bürger, der Flagge zeigt, wenn Politik in lebenswichtigen Bereichen zu reiner Ankündigungspolitik verkommt!"

Hier finden Sie das Video der Veranstaltung: