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3.12.18

Zukunftsgespräche: Rund 100 Besucher diskutieren über „Hunger und Überfluss“

Rund 100 begeisterte Besucher füllten unsere Firmenzentrale bei unseren „Simonsfelder Zukunftsgesprächen“ bis auf den letzten Platz und diskutierten lebhaft das spannende Thema: „Eine Welt zwischen Hunger und Überfluss. Auswirkungen der globalen Lebensmittelproduktion auf die Gesellschaft, Gesundheit und Nachhaltigkeit“


Vorstand Martin Steininger mit Univ. Prof. Rainer Haas und Gerhard Zoubek

Univ. Prof. Dr. Rainer Haas vom Institut für Marketing und Innovation der Universität für Bodenkultur hielt den Eröffnungsvortrag. Er setzte in seinem Impulsvortrag Agrarpolitik, Konsumgewohnheiten und Umweltauswirkungen unserer heutigen landwirtschaftlichen Produktion in Beziehung und zeigte auf, wie unsere täglichen Einkaufsentscheidungen die Agrarstrukturen bestimmen. Eindrücklich und anhand zahlreicher weltweiter Beispiele stellte er die grundsätzlichen Herausforderungen der Ernährungssicherheit dar: Der weitaus überwiegende Anteil unserer Lebensmittel wird immer noch von familiär geführten, kleinstrukturierten landwirtschaftlichen Betrieben erzeugt. Andererseits stellt eine stark zunehmende hochindustrielle Landwirtschaft mit enormem Verbrauch an Boden, Wasser und Ressourcen die großen zukünftigen Herausforderungen für Umwelt und Lebensqualität auf unserem Planeten dar. Die Abhängigkeit dieser Form der industriellen Landwirtschaft von fossiler Energie führe zudem zu hohen CO2-Emissionen.
„Die 3 größten Fleisch- und 2 größten Milchproduzenten in den USA verursachen zusammen jährlich mehr CO2-Ausstoss als der Ölgigant ExxonMobil, das ist unglaublich“ betonte Prof. Haas. Zudem habe sich aufgrund der Konkurrenzsituation weltweit eine Agrarförderung etabliert, die selektive Überproduktion, Ressourcenabbau und Umweltschäden verursache. Zugleich führe der steigende Fleischkonsum dazu, dass in Ländern wir den USA oder auch China Zivilisationskrankheiten wie Diabetes stark zugenommen haben.



Die regionale Perspektive eines Bio-Direktvermarkters in Österreich stellte Gerhard Zoubek vom Adamah BioHof dar: „Die Menschheit kann weltweit biologisch ernährt werden,“ ist er überzeugt.
„Die Leistungen einer biologischen Landwirtschaft für Umwelt, Mensch und Gesundheit müssen uns allen noch viel mehr bewusst werden,“ so Zoubek. Unabhängigkeit von großen Handelsketten und mehr Vielfalt in der Vermarktung seien aber notwendig. BIO sei nicht zu teuer, wie vielfach kolportiert werde, sondern konventionelle Lebensmittel schlicht zu billig. Aufgrund dieses Preisdrucks würden die von Haas genannten negativen Auswirkungen auf Umwelt und Menschen verstärkt.

Das wichtigste dabei – und da waren sich beide Vortragende einig – sei ein mündiger und kritischer Konsument, der mit seinen Kaufentscheidungen die Strukturen und Produktionsmechanismen der Landwirtschaft der Zukunft wesentlich mitbestimmen kann. Dafür sei vor allem Information und Bewusstseinsbildung notwendig, eine Veranstaltung wie die „Simonsfelder Zukunftsgespräche“ könne dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Hier finden Sie das Video der Veranstaltung zum Nachsehen: