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11.03.12

Fukushima: Ein Jahrestag als Mahnung

Mit Trauerzeremonien und Schweigeminuten wurde in Japan und vielen anderen Ländern der Opfer der Tsunami- und Atomatastrophe gedacht. Ein Erdbeben hatte vor einem Jahr eine gewaltige Flutwelle ausgelöst, die auch Auslöser der Reaktorkatastrophe von Fukushima war.

100 Kilometer östlich der japanischen Küste löste ein Erdbeben mit der Stärke 9,0 auf der Richterskala einen gewaltigen Tsunami aus, dessen Wellen teilweise bis zu 23 Meter hoch über die Küsten im Nordosten Japans hereinbrachen. Mehr als 23 000 Menschen kamen durch die beiden Naturkatastrophen ums Leben oder gelten als vermisst. Rund eine halbe Million Menschen wurden obdachlos.

Noch folgenreicher für Japans Zukunft war allerdings eine dritte Katastrophe: die Havarie des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi. Die aus sechs Reaktoren bestehende Anlage liegt 250 Kilometer nordöstlich von Tokio an der Pazifikküste. Das Erdbeben legte die Kühlung lahm, der anschließende Tsunami setzte die Notsysteme außer Gefecht. In drei von sechs Reaktoren kam es zur Kernschmelze. In den folgenden Tagen beschädigten Wasserstoffexplosionen die Außenhüllen von Reaktorgebäuden, wodurch enorme Mengen Radioaktivität freigesetzt wurden.

Die Folgen waren fatal:Im Umkreis von 20 Kilometern mussten alle Bewohner evakuiert werden. Weite Gebiete im Nordosten Japans sind kontaminiert, Lebensmittel aus der Region radioaktiv belastet. Noch immer hausen viele der Evakuierten in Notunterkünften. Nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco dürfte die endgültige Stilllegung der Reaktoren bis zu 40 Jahre dauern.

Die katastrophalen Auswirkungen:

  • Mehr als 260 Küstenstädte wurden zum großen Teil zerstört.
  • Die Naturkatastrophe fordert rund 15 800 Tote und mehr als 3700 Vermisste.
  • Die zivilen Schäden der Dreifach-Katastrophe belaufen sich insgesamt auf etwa 160 Milliarden Euro.
  • Die Katastrophenregion um Fukushima ist auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar. Mehr als 100 000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen, Tausende leben noch immer in Notunterkünften.
  • Über 10 000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser fließen in den Ozean. Es gerät 168-mal mehr Cäsium 137 in die Umwelt als nach der Explosion der Hiroshima-Bombe.
  • Nach Angaben des Fukushima-Betreibers Tepco wird es noch bis zu 40 Jahren dauern, bis das Kraftwerk vollständig gesichert ist. Rund 20 000 Arbeiter halfen bislang, die Reaktoren unter Kontrolle zu bringen.
  • Alle zwei Millionen Bewohner der Katastrophenprovinz Fukushima sollen langfristig Gesundheitschecks unterzogen werden