Sauberer Strom

für eine saubere Umwelt

Aktuelle Kennzahlen
12.12.12

Klimagipfel: Verlängerung von Kyoto bis 2020 und viel heiße Luft

Mit einem Tag Verspätung und zähem Ringen bis zum Schluss haben sich die 194 Teilnehmerstaaten des Weltklimagipfels in Doha auf einen Kompromiss geeinigt. Im Kampf gegen die Erderwärmung soll - das eigentlich Ende des Jahres auslaufende - Kyoto-Protokolls nun bis 2020 verlängert werden. Diese Vereinbarung soll ab 2013 gelten, sieht aber keine schärferen Verpflichtungen vor.



Neben den 27-EU-Staaten machen rund zehn weitere Länder bei Kyoto II mit. Ein verpflichtender Weltklimavertrag für alle Länder ist erst ab 2020 geplant. An Kyoto II beteiligen sich nur noch Länder, die 15 Prozent der Emissionen ausmachen. Dennoch gilt die Fortsetzung des bisher einzigen bindenden Klimaschutzabkommens als wichtiges Symbol, damit sich auch andere Länder tatsächlich in einen Weltklimavertrag einbinden lassen.

Viele Staaten wollen bis 2020 freiwillig Emissionen mindern - aber meist auf niedrigem Niveau. Wichtige Länder wie Kanada und Japan machen bei dem verlängerten Kyoto-Protokoll, das ab 2013 gelten soll, nicht mehr mit. Ohne Einwände beschlossen wurde der Arbeitsplan für ein neues Klimaabkommen, das 2020 in Kraft treten soll. Die Verhandlungen darüber sollen bis 2015 abgeschlossen werden. Ab 2020 sollen demnach pro Jahr 100 Milliarden Dollar für Klimaschutz und die Bewältigung von Klimafolgen bereitstehen sollen.

Die Kernpunkte der Vereinbarung:

Kyoto-Protokoll: Die 27 Länder der EU und rund zehn weitere Staaten verpflichten sich zu festen Reduktionszielen in einer zweiten Kyoto-Runde von 2013 bis Ende 2020. Diese sollen bis 30. April 2014 überdacht und möglichst gesteigert werden.

Heiße Luft: Im Rahmen von Kyoto II dürfen die Staaten sehr eingeschränkt mit Emissionsgutscheinen handeln.

Geld: Ärmeren Staaten wurden einige Milliarden Euro für den Einsatz klimafreundlicher Energien und die Anpassung an den Klimawandel zugesagt. Der Gesamtbetrag soll bis 2020 auf 100 Milliarden Dollar (77 Milliarden Euro) pro Jahr gesteigert werden.

Globaler Klimavertrag: Bis 2015 soll das endgültige Abkommen fertig werden, damit es 2020 in Kraft treten kann. Auch die USA sind bei den Verhandlungen vertreten.