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12.12.11

Klimakonferenz in Durban: Einigung auf internationales Abkommen – erst ab 2020 in Kraft

Die Delegierten bei der UNO-Konferenz im südafrikanischen Durban haben einen Fahrplan für ein neues Klimaschutzabkommen beschlossen. Das Abkommen soll bis 2015 erarbeitet werden und spätestens 2020 in Kraft treten.
Die EU und weitere Kyoto-Staaten haben sich schon ab 2013 zu neuen Klimazielen verpflichtet. Diese Länder aber machen gerade einmal rund 15 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen aus. Nun sollen auch die Verschmutzer Nummer eins und zwei, China und die USA, sowie weitere Staaten außerhalb des Kyoto-Protokolls bis 2015 ein Klimaabkommen mit festen Zielen beschließen, das aber erst 2020 in Kraft treten wird.

Doch nach Ansicht vieler Wissenschaftler müsste der globale Treibhausgasausstoß eigentlich bereits im Jahr 2015 wieder sinken, wenn man noch das Ziel erreichen will, die Erderwärmung auf ein für Mensch und Natur erträgliches Maß zu bremsen. „Es wurde die Chance verpasst, einen starken Fahrplan zu verabschieden, der den globalen Temperaturanstieg unter zwei Grad Celsius begrenzen könnte", so das ernüchternde Fazit des WWF. "Wir haben ein Fundament für den Klimaschutz, aber wir befinden uns weiterhin auf einem 4-Grad-Pfad", diagnostiziert der Klimaexperte der Organisation Oxfam, Jan Kowalzig. Neben dem langen Zeitplan bis 2020 seien noch viel zu große Schlupflöcher für Verschmutzer möglich.

Der internationale Klimaprozess läuft zwar sehr langsam, doch für einige Forscher ist Durban zumindest ein Teilerfolg. "Wenn das Kyoto-Protokoll ersatzlos ausgelaufen wäre, dann hätte es überhaupt keinen Willen mehr hin zu einem Klimaschutzabkommen gegeben", sagte der Direktor am Hamburger Max-Planck -Institut für Meteorologie, Professor Jochem Marotzke.

"Es ist in jedem Fall mehr herausgekommen, als ich erwartet hatte", meinte Ottmar Edenhofer, Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Zusätzliche Werkzeuge seien jedoch unverzichtbar. "Die G20-Länder subventionieren jeden Tonne Kohlendioxid (CO2) mit neun Dollar (6,7 Euro), das ist mehr als derzeit im Emissionshandel für eine Tonne gezahlt wird", erläuterte Edenhofer. "Wenn man das Geld in die Förderung alternativer Energien stecken würde, dann wären wir durchaus einen Schritt weiter."