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7.11.18

Rohstoffboom verstärkt Klimakrise

Eine aktuelle Studie der OECD zeichnet ein düsteres Szenario für die Welt im Jahr 2060: Zehn Milliarden Menschen, ein steigender Lebensstandard und damit verbunden ein massiv gesteigerter Bedarf an Rohstoffen würden zu einer weiteren Verschärfung der Klimakrise führen.

Die globalen Treibhausgasemissionen würden in den kommenden 41 Jahren auf astronomische 75 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente steigen. Die Ziele des Übereinkommens von Paris, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, seien in diesem „Basisszenario“ nicht zu erreichen. Mit der Weltbevölkerung wird auch die Wirtschaftsleistung weiter deutlich wachsen und sich in den nächsten 41 Jahren vervierfachen, die durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen werden steigen – bei weiterhin enormen Unterschieden etwa zwischen den USA mit dann umgerechnet über 80.000 Euro, der EU mit über 60.000 Euro und einigen Regionen Afrikas mit nicht einmal 9.000 Euro pro Jahr.

Immerhin wird für Afrika südlich der Sahara und einigen Regionen Asiens eine Versechsfachung des Durchschnittseinkommens somit in den nächsten vier Jahrzehnten prognostiziert. Damit würden Produktion, Lebensstandard und Konsum vor allem in heutigen Entwicklungs- und Schwellenländern stark steigen. Die fatale Konsequenz: Der Rohstoffbedarf weltweit wird laut dem OECD-Bericht von 79 Gigatonnen (2011) auf 167 Gigatonnen (2060) zunehmen, was einem Anstieg von über 100 Prozent entspricht.

Der stärkste Bedarf wird dabei an Metallen und nicht metallischen Mineralien bestehen, sowie an Kohle, Holz, Biomasse und fossilen Brenn- und Treibstoffen. Getreide und andere Nahrungsmittel folgen erst weit hinten in der Statistik. Auch die Transformation der Wirtschaft von der Industrie hin zu Dienstleistungen werde den Bedarf nach Rohstoffen unterm Strich nicht kleiner machen, sondern nur global anders verteilen als bisher, Struktureller und Technologiewandel drücken ihn einerseits, Bevölkerungswachstum lässt ihn andererseits steigen.

Der Rohstoffbedarf wächst allerdings weltweit nicht im Gleichschritt mit der Wirtschaft. Würde er das tun, würde er auf kaum vorstellbare 350 Mrd. Tonnen wachsen. Technologischer Fortschritt bremst ihn, außerdem soll Recycling als Wirtschaftszweig stärker wachsen. Im Jahr 2011 nutzte eine Person nach OECD-Angaben im Schnitt 33 Kilogramm Rohstoffe pro Tag, 2060 würden es 45 sein, darunter sechs Kilogramm fossile Treibstoffe.

Die gesamten Treibhausgasemissionen würden sich bis 2060 auf 75 Gigatonnen CO2-Äquivalente summieren, wobei für 50 Gigatonnen dann die Rohstoffwirtschaft verantwortlich sein werde. Nicht nur Benzin und Diesel schaden also dem Klima, wobei sich auch hier der Bedarf noch einmal verdoppeln soll. Fast ein Viertel geht auf das Konto der Bauwirtschaft, wobei vor allem die Herstellung von Beton und die Gewinnung von Metallen eine sehr schlechte Klimabilanz aufweisen.

Es brauche dringend ein „umfassendes Ressourcenmanagement“, schreibt die OECD, das wirtschaftliche Zusammenhänge und Folgen für Klima, Böden, Luft und Wasser gleichermaßen im Fokus hat.

>> Zum OECD-Bericht „Global Material Resources Outlook to 2060“