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7.05.19

Start neuer Reaktoren im AKW Mochovce verschoben

Der Betriebsbeginn des dritten und vierten Blocks des slowakischen Atomkraftwerks Mochovce wird verschoben. Als Grund nennen die Kraftwerksbetreiber Slovenske Elektrarne (SE) die zu erwartenden Einsprüche aus Österreich.

 Die Verschiebung betrifft die Reaktoren drei und vier. Ursprünglich wollte der slowakische Betreiber die beiden Blöcke schon 2012 und 2013 in Betrieb nehmen. Seitdem hat es eine Reihe von Pannen und Bauverzögerungen gegeben. Zuletzt war der Start des Reaktors drei für kommenden Juni geplant. Die Reaktorblöcke eins und zwei wurden wenige Jahre nach dem Fall des Staatssozialismus in Betrieb genommen und laufen bereits seit über 20 Jahren.

„Es war ein wichtiger Schritt, dass Bundeskanzler Sebastian Kurz die Inbetriebnahme des problematischen Kernreaktors Mochovce 3 zur Chefsache gemacht hat und eine Untersuchung unter Beteiligung österreichischer ExpertInnen eingefordert hat“, unterstreicht Reinhard Uhrig, Atom-Sprecher der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. „Die - von mehreren Ingenieuren mit langjähriger Erfahrung im Bau und Betrieb von Atomkraftwerken ans Tageslicht gebrachten - Probleme müssen jetzt gründlich untersucht werden“, betont Uhrig. Die Windkraft Simonsfeld unterstützt Global 2000 im Kampf gegen die gefährlichen Reaktoren schon seit Jahren. Vorstand Martin Steininger fordert die Bevölkerung auf, die laufende Petition gegen die Inbetriebnahme von Mochovce zu unterstützen: „Wir müssen jetzt ein möglichst starkes Zeichen an die slowakischen Kernkraftbetreiber und die Atomaufsicht senden“.

>>JETZT Petition "Stopp Mochovce!" online unterschreiben

 

Mit der aktuellen Verzögerung der Inbetriebnahme steigen auch die Kosten für die Slovenske Elektrarne um weitere 270 Mio. € auf sagenhafte 5,7 Milliarden €. „Diese Kostensteigerung wird nicht die letzte bleiben“, ist sich Uhrig sicher, denn: „Uns werden bereits weitere Probleme von der Baustelle gemeldet. Es werden sogar bereits fertiggestellte Bauteile abgerissen…“.

Allen baulichen Verbesserungsmaßnahmen zum Trotz hält der Atomexperte von GLOBAL 2000 das Atomkraftwerk aus Sicherheitsgründen für völlig indiskutabel: Die Statik der Teile rund um den Reaktordruckbehälter wurde durch tausendfache Kernbohrungen geschwächt. Ein Sicherheitsrisiko im Erdbebenfall. Außerdem ist die Anlage nicht gegen den Absturz von Verkehrsflugzeugen gesichert, obwohl sie direkt unter einer viel genutzten Flugroute liegt. Uhrig: „Das Projekt ist aus Sicherheitsgründen indiskutabel!“