Hitzewelle und windstarker Juli
zeigen Bedeutung von Windenergie für Stromversorgung
Die anhaltende Trockenheit und die niedrigen Wasserstände in vielen europäischen Flüssen wirken sich auch auf die Energieversorgung aus. Österreichs Flusskraftwerke produzieren derzeit um annähernd ein Drittel weniger Strom, als noch im Juli des Vorjahres. Während Laufkraftwerke aufgrund der geringen Wasserführung deutlich weniger Strom erzeugen, stoßen auch thermische Kraftwerke an ihre Grenzen.
Auch das Flusskraftwerk Greifenstein (NÖ) weist einen extrem niedrigen Pegelstand auf - (c) Irene Harauer
Besonders dramatisch ist die Lage in Ungarn, wo das Kernkraftwerk Paks seine Leistung aufgrund der hohen Temperaturen des Donauwassers bereits reduzieren musste. Ein vollständiges Herunterfahren der Reaktoren wird diskutiert, stellt das Land dann aber vor enorme Herausforderungen, weil das Kraftwerk rund die Hälfte des ungarischen Strombedarfs deckt.
Während die Trockenheit Wasserkraftwerken und Kühlsystemen zu schaffen macht, konnten die heimischen Windkraftwerke im Juli in vielen Regionen mehr Strom erzeugen als geplant. Diese überdurchschnittliche Produktionsmenge hilft dabei, Engpässe in anderen Erzeugungsformen abzufedern und macht das Energiesystem insgesamt robuster. Die Windkraft Simonsfeld produzierte im Juli 54,8 Mio. kWh grünen Strom und lag damit um 17 % über dem Planergebnis. Auch europaweit war der Juli ein rekordverdächtiger Windmonat.
Diese Entwicklungen zeigen einmal mehr, wie wichtig ein breit aufgestellter Energiemix ist. Gerade die aktuellen Wetterextreme verdeutlichen, dass eine diversifizierte, erneuerbare Stromversorgung nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz ist, sondern auch ein wesentlicher Faktor für Versorgungssicherheit und Resilienz.