Martin Steininger übergibt Vorstand

Vor knapp 26 Jahren gründete Martin Steininger - als einer der Pioniere der Windenergie in Österreich - die Windkraft Simonsfeld. Mit 1. April 2022 wird er – wie lange geplant – in Pension gehen und seine Vorstandsagenden an Markus Winter als Technikvorstand und Alexander Hochauer als Finanzvorstand übergeben. Beide sind schon seit Jahren als operative Geschäftsführer tätig.

„Ich wollte von Anfang an die Menschen von der Klima- und Energiewende und der Idee einer unabhängigen und regionalen Stromproduktion aus erneuerbaren Energien überzeugen, an der sich so viele Menschen wie möglich beteiligen können.“

Windkraftpionier der ersten Stunde
1998 hat er – gemeinsam mit 124 Menschen aus der Gemeinde - die ersten beiden Windenergieanlagen in Simonsfeld errichtet. Es war der Beginn einer unglaublichen Gründerstory: „Die Windkraft Simonsfeld betreibt heute insgesamt 90 Windenergieanlagen und ein Sonnenkraftwerk, produziert Strom für rund 158.000 Haushalte. Damit könnten wir alle Haushalte des Weinviertels mit sauberem Strom versorgen. Und mit knapp 3.700 Beteiligten sind wir mittlerweile eines der größten Bürger*innen-Beteiligungsunternehmen Österreichs,“ zieht Steininger – fast ungläubig -Bilanz. „Die meisten Beteiligten kommen aus Niederösterreich und aus jenen Regionen, in denen sich unserer Windparks befinden. Wir haben Gemeinden und Bevölkerung von Anfang an bestmöglich in unsere Projekte integriert, das war mir sehr wichtig. Es war mir ein Anliegen, Handschlagqualität zu beweisen und niemanden zu enttäuschen,“ so Steininger.

Martin Steininger mit seinen Nachfolgern Alexander Hochauer und Markus Winter

Buen Vivir – für eine lebenswerte Welt und ein besseres Leben für alle
Besonders wichtig war ihm auch die ganzheitliche Vision der Windkraft Simonsfeld: „Ich bin Zeit meines Lebens für wirtschaftliche, soziale und ökologische Gerechtigkeit eingetreten. Es ist mir nie um maximalen Gewinn gegangen, sondern um verantwortungsvolles Wirtschaften zum Nutzen aller Menschen und unserer Umwelt. Mein Ziel war es, eine lebenswerte Welt und ein besseres Leben für alle zu schaffen. Deshalb war es mir auch ein Herzensanliegen, soziale Projekte im globalen Süden zu unterstützen. Buen vivir – gutes Leben für alle, die Lebensphilosophie der indigenen Völker Südamerikas, war immer mein Leitmotiv“, so Steininger.

Leben nach der Windkraft
Das Leben nach der Windkraft wird jedenfalls eher ein (Un)-Ruhestand sein: „Ich kehre zu meinen Wurzeln zurück. Ich war immer Nebenerwerbslandwirt. Seit 2016 bin ich Bio-Landwirt und beschäftige mich mit Biotopverbesserung, Humusaufbau und Mischkulturen. Die Klimakrise stellt auch die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Und außerdem gibt es da natürlich noch unsere Enkel, die meine Frau und mich beschäftigen werden,“ schmunzelt er.

Was er seinen beiden Nachfolgern wünscht? „Ich bin überzeugt, dass Markus Winter und Alexander Hochauer das Unternehmen in meinem Sinn und mit meinen Werten weiterführen – aber sie werden dabei ihren eigenen Weg gehen. Und das ist gut so.“

Das neue Vorstandsteam der Windkraft Simonsfeld wird seine strategischen Ziele für das Unternehmen, den Wirtschaftsstandort Niederösterreich und die Energiepolitik am 6. April präsentieren.

Im November letzten Jahres wurde Martin Steininger als „Nachhaltiger Gestalter“ Österreichs ausgezeichnet, das Interview im Magazin „Business Art“ finden Sie hier: https://www.businessart.at/martin-steininger-windkraft-simonsfeld